Moshé Feldenkrais
Moshé Feldenkrais (6. Mai 1904 - 1. Juli 1984) war Physiker und Judolehrer. (Mehr zu seinem Leben siehe de.wikipedia.org/wiki/Feldenkrais und www.feldenkrais. com/method/a_biography_of_moshe_feldenkrais/.) Durch eine Knieverletzung und sein Interesse an Neurophysiologie geleitet entwickelte er die nach ihm benannte Feldenkrais Methode, eine körperorientierte Lernmethode. Ab Ende der 1960er Jahre bildete er die ersten Feldenkrais-LehrerInnen aus. Bis zu seinem Tod unterrichtete er in Tel Aviv und wurde vermehrt nach Mitteleuropa und in die USA eingeladen, um seine Methode vorzustellen. Hier bildete er weitere Feldenkrais-LehrerInnen aus: San Francisco 1975 bis 1978 und Amherst, 1980 bis 1982.
Die Feldenkrais Methode als Weg des somatischen Lernens kann sowohl in Gruppenstunden als auch im Einzelunterricht praktiziert werden:
Bewusstheit durch Bewegung
In diesen Stunden leitet der Lehrer/die Lehrerin eine Gruppe mittels mündlicher Anweisungen durch Bewegungssequenzen. Sie werden im jeweils eigenen Tempo durchgeführt und ermöglichen das Entstehen von Bewusstheit für individuelle Bewegungsabläufe, -muster und -zusammenhänge. Dieses Erforschen von mühelosen Bewegungen ermöglichen einen spannenden und entspannenden Lernprozess. Der sensomotorische Apparat wird verwendet um Selbstwahrnehmung zu steigern und somatische (körperliche) Aufmerksamkeit basierend auf Prozessen im Nervensystem zu erreichen und dann in den Alltag mitzunehmen: Der Mensch lernt.
Feldenkrais ist eine höchst effektive Methode. Die Stunden sind angenehm, manchmal überraschend. Sie ermöglichen eine anspruchsvolle aber ganz natürliche Art und Weise des körperlichen Lernens, das unmittelbar positive Auswirkungen auf den bewegten Alltag hat.
Die oft eindrucksvollen Effekte von Feldenkrais-Stunden sind:
Erweiterte Bewegungsspielräume (z.B. Rückspiegelschauen, Atmen), optimierte Bewegungen (von – zum Beispiel – MusikerInnen, SportlerInnen, TänzerInnen etc.), Schmerzfreiheit, Wieder-Erlernen von Bewegungen, Wieder-Erschließen von Mobilität, mehr Effizienz und langfristig sinnvolle und bessere ‚Benützung’ des eigenen Körpers. Letztendlich erweitert all dies die Handlungsfähigkeit.
Die Effekte der Stunden sind tiefgehend und führen zu mehr Wohlbefinden und Spontaneität. Man lernt die Art zu verbessern, wie man sich für Handlungen organisiert. Die Stunden decken einen Großteil der menschlichen Bewegung ab: von der kindlichen Bewegungsentwicklung bis hin zu körperlichen Höchstleistungen.
Funktionale Integration
In FI-Stunden leitet der Feldenkrais-Practitioner mit Hilfe von Berührungen durch individualisierte, funktionale Bewegungsabläufe. Die Effekte reichen von einem effizienteren, leichteren und angenehmeren Selbst-Gebrauch in Alltagshandlungen bis hin zu einer Verbesserung von komplexen Bewegungsabläufen. Die Berührung und Bewegung ist angenehm, nicht-invasiv, einfühlsam und präzise.
Feldenkrais publizierte mehrere Werke zu seinem Zugang und seiner Methode (siehe Ressourcen) und es gibt inzwischen zahlreiche Bücher aus verschiedenen wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Feldern.
Am Besten lässt sich diese Methode verstehen, indem man sie erlebt, sich auf diese Art des somatischen Lernens einlässt und die oft profunden Veränderungen und Effekte von scheinbar völlig banalen Minimalbewegungen selbst spürt. Beide Arten der Feldenkrais Methode werden von Practitionern angeboten, siehe www.feldenkrais.at.
Die Feldenkrais Methode® wird in Österreich nicht als universitäres Studium angeboten. Practitioner sind jene Menschen, die erfolgreich eine vierjährige, international standardisierte Ausbildung absolviert haben und sich regelmäßig fortbilden.
“Moshé Feldenkrais was a genius in creating situations that are unusal, novel for adults. This wakes up the brain, the self for more interest in yourself, which results in being more interested in other people - which leads to being more interested and in touch with life”
Jeremy Krauss, A new way of learning, public workshop, Vienna, April 2008
